Achtung Altersfalle bei Immobilienbesitzern über 50!

06.11.2017 | Was passiert wenn die Zinsen steigen?

Nachdem die englische Zentralbank den Leitzins zum ersten Mal nach 10 Jahren erhöht hat, fragen sich viele Immobilienbesitzer, ob auch in Deutschland langsam wieder die Zinsen ansteigen werden.
Wie der Focus in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, drohen Häuslebauer in die Zinsfalle zu tappen, wenn die Zinsen wieder ansteigen sollten. Nach Aussage von Immobilienexperten sei die Zinswende bereits spürbar und es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Zinsen für Immobiliendarlehen wieder dauerhaft anziehen. Viele Immobilienbesitzer haben sich vom billigen Geld verführen lassen und sind dem Ruf zum sorgenfreien Eigenheim gefolgt. Oftmals ist nicht ausreichend bedacht worden, dass die „billigen Kredite“auch abbezahlt werden müssen. Das bekommen Bankkunden aber spätestens dann zu spüren, wenn die Zinsbindung endet und sie sich nach einer Anschlussfinanzierung umschauen müssen. So auch der im Focusbericht genannte, 48-jährige Kaufmann aus Wiesbaden, der sich eine schicke 3 Zimmer-Wohnung mit 100.000 € Eigenkapital und 200.000 € Kredit geleistet hatte. Damals, 2010 musste der Single noch teure 4,1% Zinsen für sein noch 3 Jahre laufendes Darlehen zahlen. 935 € Euro zahlte er so monatlich für Tilgung und Zinsen. Der Kaufmann hatte schon seit Monaten auf die Niedrigzinsen um 1% spekuliert, die seine Belastung endlich mehr als halbieren sollten. Als er nun seine Hausbank um eine günstige Anschlussfinanzierung bat, erlebt er eine herbe Überraschung:
Zwar bot sie ihm an, sich mit einem zehnjährigen Forward Darlehen mit Laufzeit bis 2030 bereits jetzt den vergleichsweise günstigen Zins von 1,7 % zu sichern. Allerdings nur, so die Vorgabe der Bank, wenn er das Darlehen in den nächsten 10 Jahren auch komplett zurückzahlt. „Das, so der aufgeschreckte Bankkunde, könne er sich aber nicht leisten, weil die Monatsrate sich dann auf stolze 1.700 € erhöhe“.
Das Problem: Die wenigsten Hypothekenkunden zahlen ihre Schulden innerhalb der ersten Vertragslaufzeit vollständig zurück. Die Gründe leuchten ein: Niedrige Tilgungsraten von einem oder zwei Prozent halten die monatliche Belastung zunächst klein. Aber nur scheinbar. Denn tatsächlich bleibt man so auf einem Berg von Schulden sitzen – und braucht bald eine teure Anschlussfinanzierung.
Diese Altersfalle sollten alle im Blick behalten, die auf der Suche nach einer Anschlussfinanzierung die 50 schon erreicht haben. Denn eine 2016 beschlossene Neuregelung mit dem Namen „Wohnimmobilienkreditrichtlinie“  führt dazu, dass Banken auf ein schnelles Abbezahlen der Schulden bis zur Rente drängen.

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