Future Business KGaA, Infinus AG, Prosavus AG - wo geht die Reise hin?

27.11.2013 | Was betroffene Anleger jetzt noch tun können:

Experten konnte es kaum überraschen, dass nur wenige Wochen nach der bekannten Razzia in den Geschäftsräumen der Infinus AG und der Future Business KGaA mehrere Firmen der Infinus-Gruppe Insolvenz angemeldet haben. Mittlerweile steht zu befürchten,  dass es sich bei dem Firmengeflecht um ein Schneeballsystem handelt, welches offenbar durch Bilanztricksereien verschleiert worden ist.
Bei der Future Business KGaA (Az. des Amtsgerichts Dresden 532 IN 2257/13) kümmert sich um die Verteilung der Dresdner Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler, für die Prosavus AG (Az. 532 IN 2258/13) agiert als vorläufiger Insolvenzverwalter  Rechtsanwalt Frank Rüdiger Scheffler.

Was können Sie tun?
Die juristische Vorgehensweise richtet sich maßgeblich danach, in welcher Form sich betroffene Anleger beteiligt haben bzw. danach, was sie gezeichnet haben (Orderschuldverschreibungen, Genussrechte).


Orderschuldverschreibungen
In Bezug auf Orderschuldverschreibungen ist aus unserer Sicht zunächst nichts weiteres zu veranlassen. Sie können darauf warten, dass der Insolvenzverwalter sich meldet und sodann Ihre Ansprüche anmelden. Der Insolvenzverwalter Dr. Kübler hat unseren Mandanten mitgeteilt, dass diese voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2014, dem voraussichtlichen Eröffnungszeitpunkt des Insolvenzverfahrens, zur Anmeldung aufgefordert werden.
Wie viel Sie von Ihrem Geld aus dem Insolvenzverfahren ggf. wieder bekommen, ist völlig offen – dies hängt von dem noch völlig unbekannten Verhältnis zwischen Vermögen und Schulden der Gesellschaft ab.
Die Erfahrungen aus der Vergangenheit mit vergleichbaren Insolvenzverfahren sollten jedoch vor allzu großen Erwartungen warnen: Oftmals bleibt für die Anleger gar nichts von ihrem Geld übrig oder sie können allenfalls mit einer geringen Quote rechnen. Wir sehen das durchaus pessimistisch, auch wenn dies letztlich allein der Insolvenzverwalter einschätzen kann.
Hinzuweisen ist im übrigen darauf, dass die Infinus AG zwar der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) angehört. Von der Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut ausgegebene Inhaber- und Orderschuldverschreibungen sowie Verbindlichkeiten aus eigenen Wechseln werden von der EdW allerdings nicht geschützt. Auch Ansprüche auf Schadensersatz aus Beratungsfehlern sind nicht abgedeckt.
Zudem wäre die Entschädigung ohnehin auf jeweils 20.000,00 € pro Gläubiger gedeckelt.


Genussrechte/Nachrangdarlehen
Schwieriger dürfte die Rechtslage bei Genussrechten und Nachrangdarlehen sein.  Denn bei diesen Instrumenten kann durchaus eine Verlustbeteiligung vorgesehen sein. Schadensersatzansprüche wegen Betruges oder Aufklärungspflichtverletzungen, die hier ggf. bestehen können, müssen explizit begründet und aller Wahrscheinlichkeit auch gerichtlich durchgesetzt werden. In diesen Fällen rechnen wir nicht damit, dass die Insolvenzanmeldung reibungslos erfolgen wird. Unter Umständen muss hier nach zunächst erfolgtem Bestreiten auf Feststellung zur Tabelle geklagt werden.
Bei den Anträgen auf Zeichnung von Genussrechtskapital an der Future Business KGaA ist weiterhin zu berücksichtigen, dass diese Mindestlaufzeiten von 5 bis 15 Jahre aufweisen.Oftmals sind Ratenzahlungen vereinbart worden sind und zwar mit einer monatlichen Mindestrate von 200,00 €.  
In diesen Fällen kann es durchaus angeraten sein, über eine fristlose Kündigung bzw. einen Widerruf der Beteiligung nachzudenken, insbesondere wenn im Einzelfall Kündigungs- oder Widerrufsgründe vorliegen. Insoweit können Vermögensschäden zumindest für die Zukunft minimiert werden, weil der Anleger dann von seinen künftigen Zahlungspflichten befreit werden kann.
Dies kann jedoch nur im jeweiligen Einzelfall geprüft und bewertet werden, ein Pauschalurteil – wie von manchen selbsternannten Schutzgemeinschaften propagiert - verbietet sich.


Vertriebshaftung
Die Haftbarmachung der tätigen Vertriebe dürfte nicht unproblematisch sein, wenngleich natürlich in jedem Fall  eine Einzelfallprüfung geboten ist. Es darf aber nicht übersehen werden, dass es sich bei der Future Business KGaA um ein für die Verhältnisse am grauen Kapitalmarkt durchaus kapitalstarkes Unternehmen gehandelt hat.
Es kommt hinzu, dass man auf regelmäßige Ratings, Bonitätsbewertungen verweisen kann, die die finanzielle Leistungsfähigkeit belegen sollten. Nicht zuletzt hat ein Wirtschaftprüfer – in vielen Fällen der  Nürnberger Wirtschaftsprüfer Berthold Hußendörfer -  die Abschlüsse der Gesellschaften testiert.
In von uns bearbeiteten Fällen hat die concept 24 GmbH aus Eschborn Orderschuldverschreibungen oder Genussrechte der Future Business KGaA  vertrieben. Dort wo Beratungsverträge mit den Kunden vorliegen, ist der Berater zu einer anleger- und anlagegerechten Beratung verpflichtet. Ob die relativ hohen Anforderungen hierfür erfüllt worden sind, kann nur im jeweiligen Einzelfall beurteilt werden.  

RÜCKFRAGEN? Dann wenden Sie sich unter 030-50508770 vertrauensvoll an uns.

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